Archive for the ‘Reise’ Category

Arlanda Transit Lounge
(Selbstüberlistung – just in time)

Sonntag, Dezember 20th, 2009

Ich sitze auf dem Arlanda Airport von Stockholm und warte auf das Boarding für den Flug nach Hannover. Vor einer Stunde, als ich mit dem Bus auf dem Flughafen ankam und Terminal 2 betrat, prallte ich quasi auf eine lange Schlange wartender, eincheckungswilliger Passagiere, die allerdings nach Oslo fliegen wollten. Bedauerlicherweise wurde mir das erst 15 Minuten später klar, als ich in der Schlange immerhin schon geschätzte 20 Meter Boden gut gemacht hatte.

091220_Autobahn Stockholm-Arlanda

Zwei Bildschirme in der Ferne mit rotem Inhalt ließen mich etwas stutzig werden, und siehe da, alles nur eine Frage der Perspektive, plötzlich lag der Air Berlin-Schalter deutlich erkennbar vor mir, wie eine Oase in der Wüste, und zwar hinter dem Knick von Menschen, den die Schlange nach rechts zu ihrem, aber nicht meinem, Check-in-Schalter machte.

Viel beunruhigender war vom ersten Augenblick an, dass auf dem großen, doppelten Display in der Halle der Flug nach Deutschland mit der Abflugzeit von 12.35 Uhr gelistet war. Das kam mir als notorisch am äußersten Rand der Pünktlichkeit operierenden Menschen natürlich entgegen. Andererseits.

Andererseits wäre es sinnvoll, sich erst dann (zeitlich) zu entspannen, wenn mir ein offizieller Mensch dort den Abflugtermin bestätigt hätte. Die Dame am Air Berlin-Schalter jedenfalls wollte mir in meiner Behauptung einer Verspätung in einer seltenen Mischung aus Schwedisch, Englisch und Französisch nicht folgen. Egal, Hauptsache in time!

Sprachlich noch interessanter wurde es am Ende der Sicherheitskontrolle, die im Übrigen die Schnellste und Unkomplizierteste seit Menschengedenken war. Gürtel ab, ja, Deo-Roller egal, kann drinbleiben, Schuhe (Stiefel mit einigen Nieten) schlugen beim Durchqueren der „großen Tür“ nicht mal (akustisch) an(!), eigentlich unfassbar, aber gut, was soll’s. Zur Abwechslung mal schnell da durch, ich schiebe es mal auf den Sonntag und das ruhige schwedische Gemüt. OK, richtig voll war’s zu dem Zeitpunkt auch nicht.

Am Ende der Kontrolle jedenfalls murmelte eine Dame Mitte sechzig in feinem Schwedisch vor sich hin, durchaus nicht nur an das Sicherheitspersonal gerichtet, sondern auch in meine Richtung. Das einzige, was ich mit Sicherheit verstand, was das Wort Kaviar. Ich vermute, sie sagte so etwas wie: Meint ihr, ich habe hier zentnerweise Kaviar versteckt, oder was?! Auch auf meine deutlich artikulierte Bemerkung (Sorry, I have to admit that I’m not Swedish.) reagierte sie nicht weiter. Sie kaviarte weiter halblaut vor sich hin, zog sich dabei wieder komplett ihre Sachen an und wir schmunzelten uns in einer Art von geheimen Einverständnis an, bis sie, immer noch kaviarend, durch eine automatische Tür in Richtung der Abflug-Gates entschwand.

Am bis dahin als relevant verkündeten Abflug-Gate 63, was später Richtung 65 wechseln sollte, bestätigte mir ein freundlicher Herr zwar die Abflugzeit von 12.35 Uhr, jedoch bestritt auch er dabei eine Verspätung um eine Stunde. Der Leser ahnt, es gab nur zwei Möglichkeiten: entweder war die Zeit auf meinem Ausdruck der Flugdaten in meiner Tasche falsch, oder ich hatte schlicht und einfach nicht richtig hingesehen. Bei einer Ankunftszeit um 14.10 Uhr wären über zweieinhalb Stunden für einen Flug, der am Freitag mit größerer Entfernung nur eine Stunde und fünfzig gedauert hatte, sicherlich auch mehr als gemütlich gewesen.

Jetzt sind es noch exakt 30 Minuten bis zum planmäßigen Start der Maschine. Das Boarding dürfte gleich beginnen. Ich habe Transit Lounge von Crowded House angemacht und hoffe, dass ich es noch zu Ende hören kann. Die Playlist, in der ich es fand, passt von Titel und Inhalt her perfekt zum heutigen morgen und dem ganzen Wochenende: If you smile, you might get… (some reward).

So habe ich mich heute selbst überlistet und bin so pünktlich zu einem (Ab-)Flug erschienen, wie noch nie – und vermutlich auch nie wieder…

Deutscher Schnee, ich komme!

Gamla Stan und ein bisschen Schnee

Samstag, Dezember 19th, 2009

Heute morgen beim Frühstück saß ich bei zwei Frauen aus Göteborg am Tisch. Mal abgesehen davon, dass mein nicht vorhandenes Schwedisch nicht ausreichte, um ihrer Unterhaltung zu folgen, reichte es doch zumindest für ein paar Tipps, wohin ich denn heute außer in die Gamla Stan, die Stockholmer Altstadt, gehen könnte. Eine der beiden war so nett, extra ihren Bruder anzurufen, der in der Stadt lebt. Sie empfahl mir im wesentlichen zwei Dinge: Das Vasa-Museum (auch für Museumsmuffel sehr gut geeignet!) und einen Gang in den Stadtteil Söder (, was so viel heißt wie Süden).

Dass das mit dem Museum heute nichts werden würde, war mir eigentlich, allein schon wegen der knappen Zeit, bereits vorher klar. In Söder sollte ich in die Katarina Bangata gehen, eine Straße, die bei einem (abendlichen) Besuch jede Menge guter und interessanter Restaurants bietet. Letzteres finde ich nachher vielleicht noch heraus, aber rechnen tue ich damit nicht.

Gamla Stan_Stockholm_Weihnachtsmarkt

Als ich nämlich gegen halb Drei vorhin von meinem gut zweistündigen Marsch durch die faszinierende Altstadt zurück ins Hotel gekommen bin, lief die heiße Dusche erstmal 20 Minuten ohne Pause. Ich war völlig durchgefroren, hustete in fröhlichen Intervallen vor mich hin und wäre am liebsten in die Sauna gegangen. So schaue ich jetzt nebenher in den Bundesliga-Live-Ticker, schreibe diesen Text und hoffe, dass ich in einer Stunde wieder einigermaßen fit bin. Mein Körper sendet jedenfalls eindeutige Signale, dass er momentan nicht gewillt ist, alles mitzumachen. Träge Kopfschmerzen heute morgen hatten schon darauf hingedeutet.

Zum Thema ‘Der Körper streikt’ hatte ich vorhin auf SPIEGEL Online die Meldung über den Burn-out und das daraus resultierende Buch von Miriam Meckel gefunden. Der Verlag kündigt das Buch unter anderem so an: “Noch nie hat jemand, der so aufs Reden und Kommunizieren spezialisiert ist, so offen über das eigene Verstummen und die persönlichen Erfahrungen mit einem Burnout gesprochen.

Bedauerlich ist dabei, wie ich finde, nur, dass ihre “Läuterungsgeschichte”, die, so der Verlagstext weiter, berühre und aufrüttele, sicherlich kein Einzelschicksal ist. Vielleicht - oder gibt es so etwas schon? - sollte jemand mal in einem Buch die Geschichten von Menschen zusammentragen, die nicht so bekannt sind, und es sich vor allem nicht leisten können, sich mal eben aus ihren Verpflichtungen auszuklinken, wenn der Körper nicht mehr mitmacht. Ohne Familie und Freund ist man dann nämlich verloren. Da fällt mir spontan die Alleinerziehende Mutter zweier Kinder ein, die in der aktuellen Ausgabe des SZ Magazin portraitiert wird. In einer solchen Lebenssituation (und ich behaupte: zahllose Frauen sind im Job Mutter Burn-out-gefährdet) ist man auch ruck zuck ausgebrannt. Ich kenne mich mit Burn-out auch etwas aus, und kann den Verlag und Frau Meckel nur grundsätzlich zu ihrem Projekt beglückwünschen, dessen Thema im Text richtiger- und glücklicherweise mit dem gnadenlosen und zentralen Wort Verstummen richtig beschrieben ist.

Wie bereits gestern notiert und gerne wiederholt: Urlaub kommt von (sich) erlauben. Leider ist es manchmal schon zu viel verlangt, sich zu erlauben, einfach nur zu leben. Dass ich heute gelebt habe, bekamen vor allem meine Finger bitter zu spüren, die in der Kälte von Schnee und Wind das eine oder andere Mal schockgefroren wurden. Gamla Stan und die zahlreichen Fotos waren den Schmerz wert.

Stockholm zur Hälfte
(Gedanken zum Fotografieren)

Samstag, Dezember 19th, 2009

Nachdem ich heute morgen fast vier Stunden in Wien auf dem Flughafen abgesessen hatte, erreichte ich kurz vor 14 Uhr mein eigentliches Reiseziel. Die Maschine von NIKI setzte sicher auf dem Flughafen Arlanda, 42 Kilometer nördlich von Stockholm, auf. Begonnen hatte der Tag, als er die sehr kurze Nacht beendete, bereits um 3.50 Uhr. Die Maschine von Air Berlin startete mit 30 Minuten Verspätung um zehn vor Sieben vom Hamburger Flughafen Fuhlsbüttel, was mir ja nur Recht sein konnte, denn dadurch verkürzte sich die Zeit in Wien nicht unerheblich.

Arlanda Airport_Stockholm

Im Verlauf meiner nicht wirklich gradlinigen Reise war ich immer wieder eingeschlafen. Beim zweiten (Teil-)Flug hätte ich so fast die Essensausgabe verpasst. Nachdem ich das letzte Mal wieder zu mir gekommen war, konnte ich bereits die zerklüftete Küste südlich von Stockholm durch das Fenster erkennen. Doch weder dieser faszinierende Anblick, noch der hysterische kleine Junge auf dem Sitz vor mir, waren in der Lage, mich nachhaltig aufzuwecken. Als ich den Shuttle-Bus vom Flughafen ins Stadtzentrum gefunden hatte, musste ich feststellen, dass scheinbar entweder nur mit Kreditkarte am Automaten oder in Schwedischen Kronen in der Terminalhalle - nach Ziehen einer “Fleischermarke” - bezahlt werden konnte. Am Ende funktionierte es dann auch mit ec-Karte und schon war ich die ersten 219 SEK los. 100 Schwedische Kronen entsprechen etwa 10 Euro.

Die kleine Bezahlproblematik hätte mich fast den bereits vorgefahrenen Bus gekostet, aber eben nur fast, und so saß ich kurz vor halb Drei in selbigem und schaute, auf der Autobahn in südlicher Richtung fahrend, in die verschneite Winterlandschaft, und fragte mich unablässig, wie Schweden auf mich wirkte; womit ich es vergleichen konnte. In Stockholm kam es mir dann wie in einem verschneiten München vor - nur etwas nordischer. In der Metaphysik nennt man so etwas auch den Feeling Tone. Gewissermaßen hat man beim Verlassen des Flugzeugs (an einem Ort, an dem man noch nie war,) ein Gefühl für den Ort. So ging es mir auch heute oder zum Beispiel auch als ich das erste Mal (mit dem Auto) nach Amsterdam, und damit durch die Niederlande gefahren bin. Dort herrscht die Gleiche Ruhe und Weite, wie ich sie seit meiner Kindheit aus dem flachen Norden zwischen Ems und Elbe kenne.

Auf der Autobahn hatte ich langsam aber sicher realisiert, dass der Tag bzw. das Tageslicht bereits fast entschwunden war. Wie ich das fand, wusste ich noch nicht, da das auch davon abhängt, wie am morgigen Samstag das Wetter sein wird. Nach jetziger Lage sieht es ganz vielversprechend aus, so dass einem entspannten Fußmarsch durch Gamla Stan, der Altstadt von Stockholm, nichts entgegen stehen sollte. Hoffentlich.

Die ersten Fotos hatte ich bereits mit dem Handy während der letzten Minuten des Fluges gemacht, im Bus war ich dann auf meine Samsung Digitalkamera umgestiegen. Die Scheiben des Busses waren von einem für die Wetterverhältnisse typischen grau-weißen Schleier aus Dreck, Schnee und Fahrtwind überzogen, was mich aus der Nähe betrachtet irritierte, aber nicht davon abhielt, das eine oder andere Mal den Auslöser zu betätigen.

Meine Unterkunft hatte ich schon im Oktober gebucht, was sich in erfreulicher Weise auf den Preis ausgewirkt hat. Das Nordic Sea Hotel gehört zu einer Gruppe von drei Verwandten Hotels bzw. Einrichtungen, den Nordic Hotels Stockholm. Schräg gegenüber von meinem Hotel liegt das Nordic Light Hotel; der bzw. die Dritte im Bunde ist (im Erdgeschoss des Nordic Sea Hotel) die Absolut Icebar Stockholm. Letztere fehlt in der Regel in keinem Reiseführer. Das besondere an der Bar ist die Raumtemperatur, die nämlich Minus 4 Grad Celsius beträgt. Wärmende Kleidung ist im Eintrittspreis von 195 SEK inbegriffen. Erfreulich: Hotelgäste erhalten knapp 25 Prozent Rabatt.

ABSOLUT ICEBAR STOCKHOLM_Außenansicht Lobby

Gegen 17 Uhr verließ ich das Hotel, um etwas in der Stadt zu essen. Ich kam nicht weit. Genau genommen bewahrte mich ein Steakhouse (Jensens Bøfhus in der Vasagatan) davor, 50 Meter weiter bei McDonald’s zu landen. Letztere Filiale war zugegebenermaßen bereits mehr als akzeptabel, denn ich würde meinen, dass sie mühelos sämtliche deutschen McDonald’s-Läden, die ich kenne, in den Schatten stellt, was wohl schon mit dem skandinavischen Stil in Sachen Inneneinrichtung maßgeblich zu tun hat, der sich hier in allen Geschäften, Restaurants und Bars widerspiegelt.

Nach einem Shrimps-Cocktail, einem gegrillten Hühnchenfilet und Pfannkuchen mit Vanilleeis und Schokoladensoße mit Haselnüssen, war ich dann nicht nur zufriedenstellend gesättigt, sondern auch um weitere 320 SEK ärmer. Auf alkoholische Getränke habe ich, auch aus Preisgründen, erstmal verzichtet, obwohl ich große Lust auf ein Glas Wein gehabt habe. Der Blick in die Karte und auf die Weinpreise ließ mir doch so sehr die Augen tränen, dass ich nicht mehr genug erkennen konnte, um zu bestellen. Dass meine ec-Karte in dem Laden plötzlich nicht mehr funktionierte, sei hier nur am Rande erwähnt. So zog ich meinen Verdauungsspaziergang vor, und tauschte am Hauptbahnhof 50 Euro gegen 476 SEK ein.

Der eigentliche Spaziergang zur Anregung der Verdauungstätigkeit wurde dann schnell zu einer kleinen Foto-Session. Dabei wurde mir zum einen die rapide zunehmende Kälte schmerzlich bewußt, und zum anderen kamen meine Gedanken zurück zu einer Passage aus einem Romanfragment von mir, in der ich das Fotografieren und den Versuch, in einem Foto einen Moment zu verewigen, beschreibe. In onehourofwriting habe ich einen Teil davon jetzt eingestellt (Gedanken zum Fotografieren).

Da das Hotelzimmer über einen kostenlosen Internetzugang verfügt, und ich heute Abend dem Schlafdefizit der letzten Tage Tribut zollen muss, und nicht mehr durch die Gegend oder das Hotel rennen werde, kann ich zeitnah diesen Text schreiben und nutze die Gelegenheit, in das mitgenommene Buch Geheime Melodie von John LeCarré richtig einzusteigen. Das Thema Kongo bietet einen reizvollen Kontrast zu den arktischen Temperaturen vor der Tür und in der Heimat.

Trotz zeitlicher Überschaubarkeit der Reise und stockholmer Tatendrang ist die kurze Städtetour, Sonntag endet sie bereits wieder, doch auch Urlaub. Und Urlaub kommt von erlauben, lese ich bei Wikipedia gerade. Dann erlaube ich mir jetzt, hier zu enden, kurz vor dem Finale dieses (ersten) halben Tages in Stockholm.

La mano del Re (Eigentlich wollte ich nur in die Schweiz fahren)

Sonntag, Oktober 4th, 2009

Donnerstagmorgen bin ich mit Freunden in die Schweiz gefahren. Genau genommen zunächst für eine Nacht nach Brunnen am Vierwaldstätter See und dann für zweieinhalb Tage in die Nähe von Sion im Kanton Wallis (Valais). Hier wird französisch gesprochen, der Genfer See (Lac Léman) ist nicht weit.

 

Gestern bin ich 900 Kilometer mit dem Auto unterwegs gewesen. Keine Minute davon war langweilig, dafür hat allein schon der 325i mit XDrive gesorgt. Farbe Silber, schwarze Ledersitze iPod-Anschlussmöglichkeit (Aux in) – so kann man mich glücklich machen. Mehr wäre nur gegangen, wenn es meiner wäre. Am Freitag hatten wir das Wägelchen bei SIXT in Lausanne abgeholt. Eigentlich wollte ich einen Diesel, aber der vermeintliche Spaßfaktor bei dem BMW war einfach zu groß und verlockend.

 

„Was ist das denn für ein Kasten?“, fragte mein Kumpel, als wir Freitagnachmittag in Vevey vorbei kommen. Der Bau entpuppt sich als die Zentrale von Nestlé. Nun wußte ich auch wieder, wieso mir der Name Vevey so bekannt vorkam. Am Abend komme ich allein mit dem Mietwagen durch Montreux und banne einige Ansichten eines gänsehauterzeugenden Sonnenuntergangs aus Richtung Genf auf die Speicherkarte meine Digitalkamera. Einziger Wermutstropfen mit dem Wagen ist das Tempolimit in der Schweiz (120) und in Italien (130). OK, ich habe mich nicht sklavisch dran gehalten schon gar nicht am Abend. Dennoch habe ich das Gefühl auf einem Drachen zu reiten, der kein Feuer speien darf.


Ich bin also gestern 900 Kilometer gefahren. Morgens um halb Zehn ostwärts über den Simplon-Pass. Grandios. Dann hinab ins Tal Richtung Domodossola, Grenze passiert und um 12.45 stehe ich vorm Mailänder Dom. Fotos sind schnell gemacht. Der Dom leuchtet in der Sonne, er ist noch recht frisch „renoviert“. Pflichtbesuch im LaRinascente. Nach 15 Jahren haben sie tatsächlich mein Lieblingsgeschirr aus dem Sortiment genommen bzw. dürfen (?) es nicht mehr verkaufen. Ich bin trotz Vorwarnung doch überrascht, es aus dem Munde einer alteingesessenen Verkäuferin zu hören. Laut Internet soll es in Norditalien in Lecce, Padova und Garda je ein Geschäft geben, das Geschirr von Desimone führt. Da ich seit 13 Jahren nicht mehr am Gardasee gewesen bin, fahre ich kurz nach zwei wieder ostwärts aus Mailand heraus. Ich habe den ganzen Tag Glück – alle Straßen sind quasi neu, frisch instand gesetzt.

 

Kurz nach Vier bin ich bei 25,5 Grad Celsius am Seeufer in Garda. Meine neue Tasche von reisenthel über der Schulter, mache ich mich auf, um mit Adleraugen nach dem Schriftzug La mano del Re zu suchen. Eine Adresse im Ort hatte ich im Netz nicht gefunden. Cerco un negozio che si chiama ‚La mano del Re‘, war der Satz den ich mir in etwa im Kopf zurecht gelegt hatte. Ich verzichtete zunächst darauf, zu fragen und folgte meinem Spürsinn. In der letzten in Frage kommenden Gasse hatte ich tatsächlich Glück, und was für eine Auswahl wartete dort auf mich! Valeria, die Ladenbesitzerin, kümmerte sich nebenbei noch um ihre Nichte. Ich verschweige den Betrag, der am Ende meines ca. einstündigen Aufenthalts im Laden von meiner VISA-Karte abgebucht wurde…

 

Wie ich mal wieder feststellen durfte, war mein Italienisch nicht schlecht, aber auch nicht so gut, wie ich es gerne hätte. Mir fehlt einfach die Übung im Sprechen. Valeria erzählte mir, dass der September so warm gewesen sei, wie sonst der Juli, 30 Grad und mehr. Sie schrieb mir am Ende ihre Telefonnummer mit dem Hinweis auf, dass ich sie auch anrufen könne, wenn der Laden außerhalb der Saison geschlossen ist. Molto gentile!

 

Zurück am Auto finde ich unter dem Scheibenwischer das obligatorische Ticket. Auch diesen Betrag verschweige ich galant. Als ich im Navi Rue du Pont 9, Uvriers-Sion, eingebe, zeigt mir das System als Ankunftszeit 23.50 Uhr an. Ich krieg‘ die Krise, das sind über fünf Stunden Fahrt! Wieder auf der Autobahn und an Brescia vorbei, entscheide ich über Turin nach Sion zurück zu fahren. Mein letztes Bargeld war im Automaten an der Tankstelle in der Nähe von Sirmione zurück geblieben. Die Autobahngebühren konnte ich dann glücklicherweise mit Kreditkarte begleichen. Der Versuch an einem Autogrill eine Viacard und Bargeld zu besorgen, war an einem defekten Bancomat gescheitert.

 

Mit einer etwas großzügigeren Auslegung der Geschwindigkeitsvorschriften konnte ich am Ende um kurz vor 23 Uhr mit knurrendem Magen den Motor vorm Hotel abstellen. Geschafft! Die heiße Ware ließ ich im Wagen.

 

Ich war ja eigentlich nur in die Schweiz gefahren.

Lisboa (Part 2) - Sonne bringt Wonne

Sonntag, Januar 4th, 2009

Der Sonntag macht seinem Namen ein wenig Ehre. Die Sonne lässt sich zwar nach anfänglicher Vorherrschaft immer weniger bis gar nicht blicken, doch regnet es heute nicht eine Minute. Nachdem ich gestern (hauptsächlich wegen des Regens) vor den Toren des Castelo de Sao Jorge halt machte (1991 mussten wir nach meiner Erinnerung keinen Eintritt zahlen), habe ich mir auch heute Vormittag kein Ticket gekauft. Der beste Blick über die Stadt und den Fluss muss weiter auf mich warten.

Der Plan war ansonsten: Baixa, Oberstadt (Sao Pedro de Alcântara), das Hotel York House in der Rua das Janelas Verdes, Tejo (Lapa bis Alcântara), Parque Eduardo VII und was auf dem Weg sonst noch so anfällt…

Das war der Plan. Im Rückblick stand heute aber fast nur Lapa auf dem Programm. Das York House ist der absolute Knaller! Von der Straße aus erscheint es zunächst völlig unscheinbar, nur ein mit Azulejos umrahmter Eingang samt Schriftzug des Hotels gibt Auskunft über dessen Existenz in der Rua das Janelas Verdes. Ein kleiner Portier kommt mir auf der Treppe zum Innenhof entgegen. Ich frage, ob ich mich einmal umsehen kann und er verweist mich an die Rezeption, die man rechterhand im Innenhof durch eine Tür erreicht. Besagter Hof ist in jeder Hinsicht das Herz der Anlage.

Jardim 9 de Abril

Die Zimmerpreise variieren je nach Auslastung und wechseln quasi täglich. Die Dame am Empfang nennt mir einen aktuellen Preis von bzw. ab 90 Euro. Natürlich ist eine Unterkunft in den Wintermonaten günstiger als zwischen März und Oktober. Auf Nachfrage gibt sie mir einen englischsprachigen Flyer in Postkartenformat mit. Die Zimmer sind wunderschön, eine perfekte Mischung aus alt und modern. Die Pflanzen im Innenhof blühen in voller Pracht und die farbenfrohen und gemütlich anmutenden Sitzgelegenheiten tun ein Übriges. Ich denke, das nächste Mal (spätestens im Herbst) werde ich hier wohnen.

Die Offenbarung des Tages ist jedoch eine anderer Ort: Jardim 9 de Abril. Im weiteren Verlauf der Rua das Janelas Verdes liegt auf der Seite zum Fluss das Museu Nacionale de Arte Antiga. Ein Besuch muss bis zum nächsten Mal warten. Direkt dahinter auf der gleichen Seite liegt mein vorläufiger Lieblingsort. Ältere Männer sitzen zusammen unter dem Schutz eines Pflanzen- und Baumdachs und einer Gerüstkonstruktion aus Metall. Drumherum verlaufen Wege. Der kleine Park fällt zum Tejo hin ab. In der Verlängerung der Stufen zum Seiteneingang des Museums am südlichen Ende der Grünanlage sind vier Bänke nebeneinander angebracht. Ein halbhoher schwarzer Metallzaun schützt vor einem Sturz in die tiefer gelegene Sackgasse.

Hier sitze ich nun fast zwei Stunden und bin hin und her gerissen zwischen dem Blick auf den Fluss, die Ponte 25 de Abril, die Hafenanlagen und den Cristo-Rei neben der Brücke am Südufer. Die Sonnenstrahlen, die sich immer mal wieder durch die Wolkendecke kämpfen, veredeln den Anblick. Ich lese im Nachtzug nach Lissabon und habe das Gefühl, dass dieser Platz heute hier auf mich gewartet hat.

Wenn es so ist, daß wir nur einen kleinen Teil von dem leben können, was in uns ist – was geschieht mit dem Rest?

Bis heute war ich etwas unzufrieden mit dem Fortschritt bei der Lektüre des Romans, wohl weil ich einige Wege, die dort beschrieben werden direkt nachverfolgen wollte. Doch den Charme dieser kleinen Reise macht eben gerade die rudimentäre Planung aus, die mich auch heute wieder nur in eine grobe Richtung führt, und mich auf dem Rückweg Richtung Osten gegen fünf Uhr, als die Sonne langsam verschwindet, vorbei am Parlament (Palacio de Sao Bento) durch die Travesso da Arrochela zum Largo de Jesus und auf die Calcada do Combro wandern lässt. Ich entdecke in der Dämmerung das gleißend angeleuchtete Wirtschaftsministerium und gehe für heute zum letzten Mal in Richtung Fluss und gelange zum Miradouro de S. Catarina. Was für ein Ausblick!

Die mit Abstand meisten Einträge aus dem Reiseführer entdecke ich vom Praca Luis de Camoes kommend in der Rua Garrett. Die kleine Statue von Pessoa, das Hotel Borges, das Café a Brasileira und ehe ich mich versehe betrachte ich die Rückseite des Elevador de Santa Justa. Etwas betrübt stelle ich fest, dass mein Weg in die Oberstadt auf mindestens morgen verschoben ist. Mir ist von dem Ausblick von dort im September 1991 noch das riesige Filmplakat von Das Schweigen der Lämmer in lebhafter Erinnerung. Jodie Fosters Gesicht mit einem Falter auf dem Mund: O silencio dos inocentes. So oder so ähnlich war darunter zu lesen. Darüber lag erhaben das Castelo S. Jorge.

Lisboa (Part 1) – Eine Erinnerung

Samstag, Januar 3rd, 2009

Vor 17 Jahren bin ich schon einmal hier am Tejo gewesen. Wir waren morgens um vier in Lagos an der Algarve losgefahren und steckten Viertel vor Acht dann im Stau kurz vor der Brücke des 25. April fest. Hinter uns versuchte sich ein Krankenwagen verzweifelt einen Weg zu bahnen. Die Verzweiflung hatte ich ihm (oder dem Fahrer) aber wohl mehr angedichtet, denn das Automobil bewegte sich mit Ruhe, Geschick, Zähigkeit und einer amerikanisch anmutenden Sirene durch die zwei völlig mit Autos und Lastern verstopften Fahrspuren. Rechterhand konnten wir bereits das Cristo-Rei-Denkmal sehen, das ich so bisher nur von Bildern aus Rio de Janeiro kannte. Beeindruckend und respekteinflößend.

Alfama

Die (spontane) Idee, zum Jahreswechsel für mehrere Tage zurück in die Entdeckerstadt zu fliegen, hat sich bei mir wohl durch die Europa-Konzerte der Thievery Corporation im Oktober 2008 eingenistet. Ein Bericht über die Konzerte in Bukarest, London und Lissabon schien mir die jedes Jahr wiederkehrende Frage zu beantworten: Was machst du eigentlich Silvester?! Die Frage war aber nicht an mich selbst gerichtet, sondern (eher) unausgesprochen, aber selbstverständlich und üblich an meine Freunde. Da der Flug günstig bleiben sollte, entschied ich mich, vom 02. bis zum 05. Januar zu reisen. Silvester fand dann in Hannover bei Freunden statt.

Jetzt bin ich hier und sage: Lissabon ist eine Stadt, die diesen Namen noch verdient. Denn Städte dürfen nicht zum Selbstzweck werden; sie müssen wachsen und können nicht einfach am Reißbrett entworfen werden. Der Charakter und das Erscheinungsbild einer Stadt bilden sich auch aus der Mentalität und dem Charakter ihrer Einwohner. All dem und noch vielem mehr entspricht Portugals Hauptstadt.

Dabei habe ich mich aber auch gefragt: Was heißt Lissabon (Lisboa) eigentlich?! Der Reiseführer spricht auch von der „weißen Stadt“, die von den Phöniziern um 1000 v. Chr. ‚Liebliche Bucht‘ (Alis Ubbo) genannt wurde. Römer (sie nannten die Stadt Olissipo), Germanen, Goten und Mauren eroberten Lissabon wechselweise. Da ich zum ersten Mal auch bei Nacht hier bin, gefällt mir natürlich auch der Titel Stadt des Lichts. Alles klar?

Ansonsten mache ich mir mit dem Moleskine City Notebook wieder meinen eigenen Reiseführer. Habe mir heute auch schon die Finger wund geschrieben. Marschroute heute (von 12 bis 18 Uhr): Rua da Madalena, Castelo S. Jorge, Miradouro d. S. Luzia, Alfama, entlang am Tejo mit seinen Hafen- und Gleisanlagen zum Cémiterio do Alto do Sao Joao, über die endlose Rua de Morais Soares zum Praca do Chile, durch die Rua Pascoal de Melo, vorbei am Jardim Constantino durch Estefânia und Anjos zum wunderbaren Campo dos Mártires da Pátria (mit Rebhühnern!); von dort zum Jardim do Torel, hinunter über die Calcada do Lavra zur Avenida da Liberdade. Dann der gleiche Weg wie gestern Abend: Rua d. Portas d. Santo Antao, vorbei an der Ingreja de Sao Domingos und durch die Rua de Barros Queiros zurück zum Hotel Mundial an der Ecke Rua da Palma und Praca Martim Moniz. Auf dem Weg heute habe ich ein tolles kleines Hotel am Fuße des Castelo S. Jorge entdeckt (Hotel Solar dos Mouros). Dort möchte ich das nächste Mal bleiben.

Tipp des Tages: Der Aussichtspunkt (sog. Miradouros) im Jardim do Torel (Rua Julio de Andrade, in der Nähe des Ascensore de Lavra) sowie der „Garten“ selbst. Sensationeller kleiner Park, der unter Palmen einen tollen Blick über die Dächer in Richtung Westen und in Richtung Süden zum Fluss bietet.

Übrigens: Reiselektüre ist seit Ende 2008 Nachtzug nach Lissabon von Pascal Mercier. Passt nicht nur, sondern ist ein Muss für jeden, der/die Romane liebt.

Trip to Brussels (1): Früher war doch alles besser

Samstag, Oktober 11th, 2008

Das Wetter am heutigen Samstag ist wie bestellt, knapp 20 Grad, mehr Sonne als Wolken, und ich mache mich kurz nach Mittag auf den Weg in die Stadt, zu Fuß versteht sich. Unterwegs reift der Vorsatz, am Nachmittag im Zentrum für 24 Stunden einen Smart zu mieten. Guter Plan - schwierige Ausführung! Wie sich vier Stunden später an der Reception im Hilton in der Waterloostraat und am Gare du Midi herausstellt, kann man am Wochenende in Brüssel nur am Flughafen einen Mietwagen in die Finger kriegen. Klasse, denke ich, da wäre ich vom Mariott Courtyard in knapp 20 Minuten hingekommen, zu Fuß in einer Stunde. Wäre…

Andererseits: Das Auto sollte ja auch Belohnung für den üppigen Fußmarsch sein, also trotz Hunger, Durst und müden Füßen alles im grünen Bereich. Wie sich am Flughafen bei Sixt dann herausstellt, kostet der Smart soviel wie in Hamburg einer für drei Tage. Was soll’s, wir ham’s ja, immer raus damit…!

081011_Bruxelles_Rue Voltaire

Am Sonntag morgen bin ich dann (mal wieder) aus dem Bett gefallen. Daraufhin ziehe ich mir doch gleich die Laufklamotten an, setze mich in den Smart und fahre zum Parc de Bruxelles. Leichte Nebelschwaden ziehen durch die Straßen, und für die Strecke zum Park brauche ich statt der üblichen 20 bis 25 Minuten nur gut fünf. Ich laufe die erste Runde in acht, die zweite in sechseinhalb und die dritte Runde in sechs Minuten. Ich schätze die Distanz etwa auf eine englische Meile (1,6 km). Die vierte Runde ist keine Runde mehr, sondern ein Lauf kreuz und quer durch den Park, dorthin, wo ich noch nicht gewesen bin. Als ich in Längsrichtung auf einen runden Teich zu laufe (Pl. d. l. Nation), wird mir schlagartig klar, warum ich hierher gekommen bin, und mir Brüssel so gut gefällt.

Früher hatten die Menschen viel weniger (technische) Möglichkeiten, um etwas zu erreichen, errichten oder zu gestalten. Dieser Umstand konnte nur durch Leidenschaft, Persönlichkeit, Einsatz, Herzblut und weitere Attribute dieser Art kompensiert werden. Heute fehlt ja den meisten bereits die Erlebnisfähigkeit, weil wir nur noch durch einen Entertainment- und Animationsparcours hetzen, und uns nicht mal die Zeit nehmen, uns ausführlich und in Ruhe einer Sache zu widmen. Der ganze Kulturkreis der Benelux-Länder - man denke allein an Maler wie Rembrandt, Rubens, Renoir etc. - zog plötzlich vor meinem geistigen Auge vorbei. Ich bin kein Technikfeind - don’t get me wrong! Aber High-Tech ist immer als Ergänzung oder Farbtupfer am besten, niemals als Selbstzweck.

Früher war eben doch alles, nein, vieles besser. Soundtrack dieser Tage: Radio Retaliation von Thievery Corporation. Peace!

Übrigens, mein Lieblingsplatz in Brüssel: Place du Petit Sablon. Hammer!

Bonsoir Bruxelles!

Freitag, Oktober 10th, 2008

Bin heute das erste Mal in Brüssel. Was ich bisher gesehen habe (auf einem einstündigen Spaziergang), hat mir sehr gut gefallen. Gestern hatte ich mir noch im Büromarkt meines Vertrauens (Hansen im Schulterblatt) ein City Notebook von Moleskine für die belgische Hauptstadt gekauft. Zur Orientierung reicht das kleine schwarze Büchlein allemal; kulinarische oder andere Tips sucht man aber vergeblich. Ein Freund hatte mir gestern noch aus der Reihe Reise Know how einen Reiseführer empfohlen.

Bruxelles - View from hotel room_1

Wenn man mal von den Gewohnheiten der Autofahrer hier in Belgien absieht, freue ich mich auf das sonnige Wochenende hier. Aus meinem Hotelzimmer habe ich eine sehr schöne Aussicht. Das Atomium ist in Sichtweite. Morgen geht’s dann nach dem Frühstück richtig auf Entdeckungstour. Allez!

Feiertag / Fernweh

Freitag, August 1st, 2008

In der Schweiz ist heute Nationalfeiertag. Da bietet sich ein Kurztrip nach Zürich über das Wochenende an. Von Hamburg aus kommt man mit dem ICE bei rechtzeitiger Buchung diesen Sommer schon für 24 Euro dorthin.

Ich kenne den 1. August von vielen Aufenthalten bei den Eidgenossen, vor allem in Davos. Abends stellt sich mit Berglichtern und bei Feuerwerk immer eine sehr spezielle Stimmung ein.  In Zürich gibt es viele schöne - und teuere - Hotels. Mein Favorit ist das Hotel Seegarten in unmittelbarer Nähe zum Zürichsee. Neben der Lage, der Atmosphäre und den angenehmen Zimmern besticht es vor allem durch das integrierte Restaurant Latino. Ein weiteres Highlight: Das hausgemachte Müsli zum Frühstücksbuffet.

Die Zimmer sind nicht ganz billig, unter 120 Euro pro Nacht ist dort nichts zu haben. Dafür hat man den perfekten Standort in Richtung Innenstadt (ohne Prrobleme auch zu Fuß auf wunderschönen Wegen erreichbar) oder stadtauswärts die sog. Goldküste entlang, in Richtung Küsnacht. An diesem Seeabschnitt wird es dann spätestens richtig nobel. Wanderungen bieten sich dort ebenso an wie das Anschnallen der Inline-Skater.

Badeanstalten finden sich in regelmäßigen Abständen und wenn ich jetzt nicht aufhöre zu schwärmen, sterbe ich vor Fernweh.

Gruezi!

Finale

Sonntag, Dezember 30th, 2007

Die Silvester-Frage ist gelöst - und auch nicht. Ruhig wird es (wohl) werden. Was bleibt noch zu tun bis zum Jahresende, was wurde in den letzten Tagen getan?

Es ist kurz nach zehn, es regnet nicht und ich ringe mit mir, ob ich eine Alsterrunde drehe oder nicht. Es wäre die dritte in drei Tagen, und die Verabredung für eine weitere steht für den Silvestermorgen. In jedem Fall wartet die heiße Wanne, angereichert mit einem Melissenextrakt (aus dem Reformhaus) - riecht genial und entspannt bestens. Also erst die Arbeit, dann das Vergnügen. OK, keine Arbeit, zweimal Vergnügen.

Ich könnte natürlich auch meine neue Golftasche einweihen. Die Versuchung ist groß. Der Boden dürfte allerdings etwas aufgeweicht sein. Die letzten beiden Male war er gefroren. Wir nannten es Polar-Golf.

Für das neue Jahr ist auch eine kleine Golf-Reise anvisiert. Entweder zu den Wurzeln des Spiels nach Schottland. Dort könnte man auch sehr schön Wandern. Oder aber in den Süden nach Taormina auf Sizilien. Dort ist Simple Minds-Sänger Jim Kerr Mitbesitzer eines Hotels. Blick auf den Ätna inklusive und Golfplatz in der Nähe. Das kann man also auch hervorragend im Spätherbst mal machen.

Der große Traum für 2008 bleibt aber Neuseeland…

Für die nächsten zwölf Monate steht jedenfalls auch fest auf dem Plan, hier endlich die angekündigten Kurzgeschichten einzustellen. Wir werden sehen…