Archive for the ‘Allgemein’ Category

Portugal - Vivo sonhando

Mittwoch, April 13th, 2011

Unter dem Titel Kater ohne Party war in der Wochenend-Ausgabe der SZ ein Bericht über die wirtschaftliche und finanzielle Lage in Portugal zu lesen. Die Stimmung im Land wird dort als Mischung aus Galgenhumor, Verzweiflung und Gewohnheit beschrieben. Anders als Irland haben nicht die Banken das Land in die Bredouille gebracht. Anders als Griechenland hat die einstige Kolonialmacht nicht seine Rechnungen frisiert.

Griechenland hat aber 2004 die Fußball-EM in Portugal gewonnen. Der von der EU subventionierte Bau der schönen modernen Stadien belastet das Land bis heute. Dazu kommen niedrige Sparquote, hohe Staatsverschuldung und eine Arbeitslosenquote von 11 Prozent. Keine guten Voraussetzungen, um auf EU-Hilfen verzichten zu können.

Als ich im Januar 2009 zuletzt in Lissabon war, war es unübersehbar, dass das Land zu den ärmeren in der EU gehört. Obdachlose vor dem Finanzministerium sind der Normalfall. Bei meinen Fußmärschen durch die Stadt ist mir eine einzige Straße bzw. Häuserzeile aufgefallen, die komplett intakt war, alle anderen waren mit mindestens einer Ruine oder einem baufälligen Gebäude versehen.

Die Mentalität der Portugiesen liegt mir. Man spürt bereits den rauhen Atlantik in ihrem Wesen, sie sind freundlich, scheinen zunächst etwas distanziert und können auf eine so reiche Geschichte zurückblicken. Lissabon ist für mich eine der fünf schönsten Städte der Welt - auch zum Wohnen und Leben. Ein Stadtbild geprägt von Nähe und Ferne - der Fluss Tejo mit direkter Strömung zum Meer. Seefahrer, was wollt Ihr mehr?

Musik dazu, auch wenn brasilianisch: Vivo sonhando - Dreamer von Morelenbaum²/Sakamoto (Album: Casa). Buchempfehlungen: Antonio Tabucchi - Lissabonner Requiem; Pascal Mercier - Nachtzug nach Lissabon.

Lissabon_Amor@Anarquia

Mich überkommt Fernweh, wenn ich an das Castelo de São Jorge denke, an den Blick auf den Fluss, die großen dunklen Schatten der Wolken auf dem Wasser und die Hügel der Stadt.

Vivo sonhando!

In the year 2050, 2050

Freitag, April 8th, 2011

Greenpeace hatte gestern eine zeitliche Einschätzung zum Atomausstieg veröffentlicht. Gleichzeitig berichtete Franz Alt auf sonnenseite.com über eine HSBC-Studie zur Energieversorgung und Weltwirtschaft im Jahr 2050.

Ein Text von mir dazu ist in der News-Sektion von Ratingwissen zu finden. Meine Erfahrung mit der Rezeption von Themen, die bereits heute am Horizont auftauchen, aber bis zum Aktuellwerden noch scheinbar Aufschub dulden, war in den letzten Jahren eher frustrierend. Man bereitet die Themen relevant und mit Expertenunterstützung auf; dennoch muss erst Wesentliches passieren oder der Handlungs- bzw. Leidensdruck extrem anwachsen, bevor gehandelt wird.

Beim Thema Energieversorgung geht das aus zwei wesentlichen Gründen nicht: Klimaschutz und Gefahr durch nicht beherrschbare Energiequellen. Die maximale Aneinanderreihung von Ereignissen zu einer Katastrophe und die untilgbaren Bilder aus Japan haben aus dem Stand diesen Handlungsdruck aufgebaut.

Diese Themen kann man nicht aussitzen. Sie erfordern jetzt und nicht in zehn Jahren ein Handeln, und sie erfordern jetzt und nicht in 30 Jahren einen Plan, wohin die Reise gehen soll.

Und da sind wir wieder bei der Frage nach der Energieversorgung im Jahr 2050: Die BRIC-Staaten werden die Gewichte in der Weltwirtschaft weiter verschieben und es wäre eine Schande, den Technologievorsprung bei den Erneuerbaren Energien einfach dran zu geben.

Grün ist die Farbe der Hoffnung. Ob sie auch die Farbe des Handelns ist, wird sich zeigen.

Alsterrunde, Kernerschmelze und iPad-Gelüste

Sonntag, April 3rd, 2011

Was verbinden Sie mit dem Begriff Frauenpower? Zum Beginn meiner Runde um die Außenalster heute morgen um Viertel vor Neun war es für mich jedenfalls noch etwas anderes als danach.

Ich war mehr als vier Wochen nicht gelaufen und hatte eine Zeit von etwa 40 Minuten für die siebeneinhalb Kilometer angesetzt. Alles passte perfekt zusammen: Neue Laufschuhe, Wetter noch stabil für ca. 45 Minuten, ausgeschlafen, Riesenmotivation und scheinbar ausreichend getrunken. Letzteres sollte sich als Trugschluss erweisen.

30 Sekunde nach dem Start traf ich meine Laufpartnerin, mit der ich seit 18 Monaten keine Runde mehr zustande bekommen habe. Entsprechend groß war das Hallo. Sie war allerdings schon mehr oder weniger fertig. Gemeinsames Laufen in zwei Wochen fest vorgenommen…

Die Dame, deren Rückansicht dann schon in den ersten zehn Minuten nicht näher kommen wollte, nahm ich erst gar nicht war. Wenn ich länger nicht gejoggt bin, dann laufe ich zu Beginn in der Regel nicht wirklich langsam. Das geht dann ganz von selbst, denn durch Stress, Bewegungsmangel und unerledigte Dinge, hat sich zu viel in mir aufgestaut. Jetzt kann ich es in Bewegung umsetzen.

To cut a long story short: Ich war dann direkt hinter ihr, und wollte mich einfach nur von ihr ziehen lassen, doch kaum hatte ich sie erreicht, mussten wir jemanden überholen. Dabei blickte sie sich kurz um, sah mich - und gab Gas. Und zwar richtig. Nach dem Atlantic gab ich es auf. Wozu auch? Sie war fit wie ein Turnschuh und ich lief über meinen Tagesverhältnisen. Jedenfalls: Respekt! Und gespannt sein auf ein erneutes Aufeinandertreffen.

Etwas später, etwa auf Höhe meines Lieblingsbürogebäudes mit der hübschen Adresse An der Alster 1, kamen mir Herr Kerner und seine Frau entgegen. Als Menschen kenne ich ihn nicht, und kann seine Qualitäten nicht beurteilen. Als Moderator ist er aufgrund seiner mangelnden Authentizität für mich schwer zu ertragen. Und das ist noch vorsichtig ausgedrückt. Sein sinkender Stern am deutschen TV-Himmel, falls er jemals mit echtem Licht geleuchtet haben sollte, ist ja schon so beiläufig normal, dass ich mich nicht mal mehr über seinen eher steinernen, angestrengten, wenn nicht gar verhärmten Gesichtsausdruck schon gewundert habe.

Ich würde ihm wünschen, dass der ausbleibende Erfolg bei ihm zu einem Umdenken führt. Weniger ist mehr. Wobei: Was ist Erfolg im TV? Nur die hohe Einschaltquote? Vielleicht ist die Frage nicht exakt. Was ist dauerhafter Erfolg im TV, den er ja scheinbar hatte? Sicherlich schwer erreichbar auf der Basis von inflationärer Bildschirmpräsenz. Aber das verpassen ja die meisten. Warum eigentlich? Wegen der vermeintlichen Chancen, des Geldes oder der eigenen Eitelkeit?

Ich habe ernsthaft kurz gezögert und überlegt, ihn anzusprechen. Hat so ein Mensch eigentlich einen Berater und hat so ein Berater einen Plan, eine Linie, die über den nächsten Werbevertrag hinaus geht? Die Nachhaltigkeit - leider ein inflationär benutztes Wort - des eigenen (TV-)Auftritts scheint mir jedenfalls von keinem der Beteiligten bedacht, kalkuliert oder analysiert worden zu sein. Aber wer weiß, vielleicht überrascht er uns ja alle, und wir erleben in Zukunft den “wahren” Kerner.

Schlimmer als der Spott, den er seitens der Titanic kurz nach den Ereignissen in Japan erfuhr, geht es wohl bald kaum noch. Andererseits - Ehre, wem Ehre gebührt, und Neid muss man sich hart erarbeiten! Hat die Kernerschmelze schon ihr Endstadium erreicht?

Im Auto wartete etwas zu trinken auf mich, und der Liter war in 30 Sekunden in mir verschwunden. Die unnatürliche Gesichtsfarbe, wie meine Freundin es ausdrückte, war dann allerdings auch noch nicht verschwunden, als ich 15 Minuten später wieder zu Hause ankam.

Die Badewanne verlangt nun von Minute zu Minute lauter nach ihrem Einsatz. Zuvor griff ich noch kurz zum Telefonhörer, um meinen Freund anzurufen, der sich gestern das vor vier Wochen bestellte iPad abholen durfte. Am Vormittag war es noch nicht im Laden eingetroffen, doch der Nachmittag brachte dort einen weiteren Besuchvon DHL. Gestern Abend lag es noch unausgepackt auf seinem Wohnzimmertisch, heute morgen war das “Unpacking Event of the Year” (so hatte es der Verkäufer im Februar beim Öffnen meiner iPhone-Verpackung genannt) bereits vollzogen - mehr aber nicht, denn Geburtstag ist erst in vier Wochen. Grins.

Ich musste mir bereits vor einigen Tagen eingestehen, dass ich mittlerweile auch gerne eins hätte. Dann bräuchten wir allerdings abends ein Losverfahren, um herauszufinden, wer es zuerst benutzen darf. Fest steht nur eins: weiß wird es nicht sein. Die Farbe reicht mir heute auf der Fahne, die ich am Atlantic beim Laufen geschwenkt habe.

Übrigens habe ich am Ende vierunddreißigeinhalb Minuten gebraucht.

Sie haben im Lotto eine Penisverlängerung gewonnen!

Donnerstag, März 31st, 2011

Zugegeben - diese kummulative Gewinnaussicht ist fast noch unwahrscheinlicher als sechs Richtige mit Zusatzzahl, aber man kann es ja mal versuchen. Jedenfalls war das mein Gedanke, als ich heute morgen in die Zusammenfassung der gestern von meinem Provider gefilterten Spam-Nachrichten schaute.

Es sind selbstredend natürlich auch andere Top-Kombinationen möglich, vielleicht sogar ein “Dreier”! Wie wäre es zum Beispiel mit:

“Besuchen Sie mich in meinem Keller, ich gebe Ihnen den Geldkoffer persönlich, Sex erhalten Sie im Vorkeller von meiner bezaubernden, versklavten minderjährigen Assistentin bis in den frühen Morgen und sind über Nacht Millionär. Morgen früh wachen Sie auf mit zwei Schwänzen. Garantiert!”

Faszinierend an all dem ist doch der Widerspruch zwischen den tatsächlichen und vermeintlichen Bedürfnissen der Menschen. Da ist ja - vor allem online - zunächst das Bedürfnis, sich mitzuteilen. Sei es durch Bilder, Kommentare, Blogeinträge, Tweets, E-Mails etc. Letztere führen uns zu Spam-Mitteilungen und scheinen mir bei genauerer Betrachtung manchmal durchaus den einen oder anderen Absender auch selbst sexuell zu erregen. Anders kann man sich diesen Eifer kaum erklären, der natürlich automatisiert ist und damit so ziemlich alles konterkariert, was der Internet-Nutzer = Empfänger im Netz und auch im Leben sucht.

Individualität, persönliche Kommunikation, (Lebens-)Inhalt und (Lebens-)Freude - um nur ein paar Dinge zu nennen. Das sind übrigens in der deutlichen Mehrzahl alles Werte, Empfindungen und Vorgänge, die man sich auch mit einem Lottogewinn nicht kaufen kann.

Zufrieden stelle ich jetzt fest, dass in diesem Beitrag mindestens zwei überragende Schlüsselwörter für Spam-Roboter und Suchmaschinen vorhanden sind. Da bin ich jetzt ja mal gespannt!

Vielleicht reicht es am Ende sogar zu einem flotten Vierer, Fünfer oder Sechser. Dann habe ich am Ende doch noch im Lotto gewonnen…

In diesem Sinne, meine Empfehlung:

Einfach mal zuruecklehnen

Das Netz ist überall - auch in der Kunst

Mittwoch, März 23rd, 2011

Die Erde ist durch Satelliten im Orbit und durch Funktürme und -masten am Boden kreuz und quer mit Funknetzen überzogen. Hinzu kommen WLAN-Netze in Hotels, Unternehmen, Häusern und Wohnungen, deren Allgegenwärtigkeit und Namen mir bereits mein Smartphone ständig vermittelt, sobald ich mich zu Fuß oder mit dem Auto durch die Stadt bewege.

Das folgende Video hat letzeres sehr kunstvoll und ästhetisch visualisiert und via Light Painting materialisiert.

Gedanken am Samstagmorgen

Samstag, März 12th, 2011

Ich las gestern in einem Tweet, dass man die besten Gedanken verpasse, wenn man sich nicht selbst reflektiere. Mein Reden. Viele Menschen neigen in dieser Hinsicht zu großer Bequemlichkeit, wenn nicht gar Ignoranz - die Rechnung kommt dann später.

Also abgesehen vom reduzierten Erlebnisgehalt und Erkenntnisgrad im eigenen Dasein, ist das natürlich auch eine Frage von “Reinigung”, Konstanten, Koordinaten, Zielen und Orientierung.

Gestern war auf Spiegel Online etwas über Meinungsabgleich und Filterfunktion(en) durch Facebook, Google etc. zu lesen. Ich habe dazu nur die Überschrift und das dazugehörige Bild gesehen, eine Landkarte mit Verbindungslinien bzw. Ballungszentren, scheinbar bezogen darauf, wer wo welche Meinung vertritt, widergibt oder ihr folgt.

Nun ist das Folgen ja seit Twitter etwas ganz anderes geworden oder hat zumindest im Online-Bereich eine eigene Dimension erlangt. Ich “folge” auch, und mir wird “gefolgt”. Was ist die Folge davon und wieviel (mehr) an Meinung(en) gebe ich ungefiltert weiter oder folge ich, weil das Agenda Setting gerade entsprechend angesagt ist bzw. vorgenommen wurde?

In Nordafrika folgen die Menschen dem Ruf der Freiheit und online organisieren sie sich schnell und zielgerichtet. Das ist ein gutes und gesundes Wachstum, und letztlich folgerichtig. Denn ein Netz verbindet, und dieses spezielle Netz kann es schneller und besser als jedes andere. Es ist ja nur eine fortgeschrittene Art des Telefonierens, an dem zudem der ganze Planet teilnehmen kann - wenn er denn Zugang hat.

Dass jeder am besten seiner eigenen Nase folgen sollte, und nicht nur Trends, reinen Modeerscheinungen oder Wahnvorstellungen, versteht sich von selbst. Und da sind wir wieder bei den eigenen Gedanken.

Ich liege auf dem Sofa, tippe in mein iPhone in beachtlicher Geschwindigkeit, und spüre den gestrigen Abend in den Knochen. Eine 60-Stunden-Woche ging mit Chinese Boxing in Ottensen und einem anschließenden Umtrunk in der Nähe zu Ende. Der Raum jetzt gerade zwischen endgültigem Wachwerden und Aufwachen ist wie gemacht für diese Gedanken.

Nach knapp vier Wochen Twitter, zahllosen Tweets und viel Lachen und Kopfschütteln ist es Zeit für ein Zwischenfazit.

Die eigene Aufmerksamkeit wird in vielen, häufig zu vielen, Details gebunden. Das ist dann eine Frage der Selbsterziehung. Das eigene Verhalten ändert sich teilweise dramatisch, und das ist spätestens dann schlecht, wenn es nicht gewachsen ist, sondern durch die schlichte (technische) Möglichkeit bzw. Machbarkeit motiviert wird. Mit anderen Worten: Ich mache es dann nur noch, weil es geht oder weil ich es kann, z. B. mit Hilfe meines Smartphones. Da leidet schnell die sichtbare Aufmerksamkeit für Menschen am gleichen Ort, im gleichen Raum - was auch eine Frage von Respekt und Höflichkeit ist.

Ich kann damit umgehen. Ich bin jetzt 40 und kenne das Beste aus beiden Welten - offline sozialisiert und online weitergebildet und geschult. Doch Gespräche wie das, dessen unfreiwilliger Zeuge ich am Dienstag im Bok in Ottensen wurde, zeigen mir, dass die Facebook-Generation von heute das ohne eine intakte Begleitung der Eltern nicht mehr kann. Die eigene Wahrnehmung und die wechselseitige Wahrnehmung meiner “Freunde” auf der Grundlage vorgegebener Raster und Technik ist letztlich gnadenlose Auslese und nicht selten der Weg in die Selbstentfremdung. Die Gesprächsthemen und vor allem die Art und Weise der (Selbst-)Darstellung sind leider zu oft oberflächlich, gänzlich wertend und noch häufiger völlig inhaltsleer.

Eins wird immer so bleiben: Das Leben ist offline und draußen. Bin ich online, bin ich erreichbar, und auf Linie - finde mich aber vielleicht selbst nicht (mehr). Wie mein Chef immer so schön sagt: “Wer nicht raus geht, kann nichts erleben.”

Ich fahre jetzt nach Blankenese zu meinem Optiker. Da wartet ein Steve McQueen-Poster auf mich. Das kann ich anfassen, verschenken oder mir in die Wohnung hängen. Neulich habe ich mir einen Fotoband von William Claxton über McQueen bestellt - gebraucht, denn das Buch gibt es nicht mehr. Ich habe es gerade in die Hand genommen und nehme mir jetzt die Zeit, es überhaupt mal richtig und aufmerksam anzusehen.

Und um so eine coole Sau wie Steve McQueen zu werden, muss man raus gehen und Dinge (er)schaffen, die auch in 50 Jahren noch den gleichen Wert haben werden - wenn es Facebook schon lange nicht mehr gibt und wir vermutlich schon über unsere Gedanken ins Netz gehen können.

Auch (am besten) an einem Samstagmorgen.

Musiktipp: “The World Is Outside”, The Ghosts (Album “The World is Outside”).

Digitales: On the Edge

Donnerstag, Februar 17th, 2011

Ein sehr interessanter Artikel über den amerikanischen Literaturagenten John Brockman zu dessen 70. Geburtstag stand gestern in der SZ. Die Wurzeln des digitalen Denkens beschreibt ihn als Moderator, Agenten und Netzwerker der Digitalen Welt, ohne dabei auf sein eigentliches Medium zu verzichten - das Buch.

In Die Zweimilliardenfrage war ich schon einmal auf ihn gestoßen. Sobald der Text online verfügbar ist, werde ich ihn hier verlinken.

Am Ende des Artikels bestätigte mich der Hinweis auf seine geplante Geburtstagsfeier und die früher so oft von ihm inszenierten Dinnerparties in meinem Empfinden über Projektbesprechungen: neue Ideen werden befeuert und geboren, in dem Menschen miteinander sprechen - im gleichen Raum, auf der gleichen Wellenlänge.

Das geht auch analog.

In der Servicewüste eines Service-Providers

Dienstag, Februar 15th, 2011

Am Wochenende hat alles mit dem iPhone angefangen, und endete mit debitel. 10 Jahre Kunde - warum nur? Diese feststellende Frage beschäftigt mich seit Wochen, vor allem jedes Mal dann, wenn ich in Versuchung geriet, das iPhone zu erwerben.

Dieses Mal ist die Micro-SIM-Karte der Stein des Anstoßes gewesen. Sie kostet mehr, als beim Netzanbieter selbst (Unverschämtheit!), sie kann nicht im Shop im Shop (z. B. Stand im Saturn) bestellt werden (”Dann müssen Sie die Hotline anrufen.”), und der reine Shop mit dem grünen Schild oben drüber ist in der Hamburger Innenstadt an einem Samstag schon um 18.00 Uhr geschlossen. Schon mal was von Customer Relationship Management gehört?!

Es reicht jetzt.

Der Ärger (über die Jahre) ist groß - auch über die eigene Inkonsequenz. Die Kündigung geht diese Woche noch raus. Sie ist überfällig. Grottenschlechter Service, ständige Werbung von der Targo-Bank, Interesse nur, wenn etwas verkauft werden soll, und und und…

Die Dame, die am Samstag neben mir im Apple-Shop im Alstertal saß, berichtete mir von zu erwartenden Problemen mit der kleinen, neuen SIM-Karte. Sie hat deshalb eigens den Anbieter gewechselt und wird den besagten Service-Provider kündigen, weil sie einfach nur wollte, das alles einfach nur funktioniert.

Das ist übrigens das Kunden-Grundrecht schlechthin. Neben dem auf Service.

Twitter. On.

Montag, Februar 14th, 2011

Seit gestern habe ich einen Twitter-Account. Aufgrund meiner bisweilen starken und regelmäßigen Nutzung der Statusmeldung bei XING hatte man mir bereits von verschiedenen Seiten ebenso regelmäßig angetragen, auch zu twittern.

Nun ist das so eine Sache mit dem Zwitschern. Nach abendlichen Zweifeln ist heute bereits alles am Rollen. Folgen, verfolgt werden, hier ein Tweet, dort einer, und immer mal wieder ein vorsichtiges Über-die-Schulter-Schauen, ob nicht die Bedenken hinter mir konspirative Treffen abhalten und den Scheiterhaufen schon vorglühen.

Und, ja, es macht Spaß. Keine Frage. Und, ja, es kostet auch Zeit.

Wieso mache ich es? Das ist doch wohl die entscheidende Frage. Es hat sicherlich mit dem intensiver als je zuvor betriebenen Blog zu tun, und es liegt in der Natur des Micro Blogs, dass der Aufwand für einen Eintrag dort wesentlich geringer ist - bei gleichzeitig wesentlich höherem und schnelleren Verbreitungsgrad. Die noch im Dezember 2010 rekapitulierte Motivation für das Betreiben von EigenartigeWelt.de ist zweifellos im Wandel begriffen, jedoch in den Grundwerten konstant.

Abbitte für meinen damit einkassierten Quasi-Twitter-Boykott möchte ich dennoch nicht leisten. Die Nutzung des Micro Blogs spricht für sich. Ich werde mich nach Kräften bemühen auch hier mit Weniger ist mehr zu glänzen.

Heute ist mir das definitiv nicht gelungen.

Mittags ohne Inspiration die Wand anstarren

Freitag, Februar 11th, 2011

Ich las heute morgen ein Interview mit den Coen-Brüdern zur Berlinale in der SZ von Mittwoch. Trotz des inflationären Gebrauchs des Wortes Yeah gefiel mir ein Teil des Interviews besonders, vermutlich, weil es mir bzw. uns täglich so geht (was das Mittagessen betrifft):

SZ: Was machen Sie dann?

Ethan: Herumsitzen. Die Wände anstarren.

Joel: Ans Telefon gehen. Mittagessen bestellen. Ein Nickerchen halten.

Ethan: Man kann erstaunlich viel Zeit und Energie in den Entscheidungsprozess stecken, was man zum Mittagessen bestellen will.

Joel: Yeah!

Dem ist nichts hinzuzufügen.